Meine Yoga Lehrer Ausbildung – Travel Diaries #1 Biarritz

“Schau mal, da drüben!”

Wir kennen das sicher alle – wenn jemand uns auf etwas hinweisen will und wir versuchen, zu sehen was der andere sieht.Doch irgendwie scheint es nicht so recht zu funktionieren.Man sieht alles mögliche, aber das worauf es ankommt nicht.Erst wenn man einem Fingerzeig folgt, oder zulässt,sanft gelenkt zu werden, fängt man an, zu sehen. Richtig zu sehen.Das betrachtete Bild verändert sich zwar nicht, aber für einen selbst wird ein Chaos dann plötzlich ordentlich.

Fokus.

So in etwa würde ich meine Erfahrung aus 3 Wochen intensivem Yoga bezeichnen.Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich eigentlich überhaupt darüber zu sagen habe, denn je weiter der Kurs voranschritt, desto stiller wurde es in mir. Es gab nichts mehr, was ich unbedingt zum Ausdruck bringen wollte. Ich fühlte mich nicht mehr gedrängt, von meinen Erlebnissen zu erzählen um mich wertiger zu fühlen.Also musste ich erstmal neu definieren, warum ich das alles überhaupt mache.

Erinnerung.

Das Gefühl, das ich jetzt in mir trage ist das Ergebnis von einigen Höhen und Tiefen auf dieser Reise.Es war bei weitem nicht alles ein angenehmes, wohliges Erwachen, ein Gewicht was von einem genommen wird.Schon nach wenigen Tagen tat mein ganzer Körper weh.Frustration bahnte sich ihren Weg nach draußen, Angst machte sich breit.Und ich hatte keine andere Wahl, als hinzuschauen, es gab keine Chance, das, was da so tief in mir schlief und nun erwacht ist, zu ignorieren oder sich davon abzulenken.

24/7

Dieses Yoga Training war so viel intensiver als ich es mir vorgestellt hatte.Ich stand auf und ich ging ins Bett, dazwischen gab es nur eines – Unterricht. Ich kam kaum dazu, einzukaufen oder meine Wäsche in einem Waschsalon zu waschen.Ich ergab mich der Einfachheit, aß und lebte simpel.Simpel im Sinne von : in der dritten Woche habe ich hauptsächlich Reis mit Gemüse(brühe) gegessen.Alles extravagante, was ich  aus meinem normalem Leben kannte, war hier nicht vorhanden.Und das war gut so.3 Wochen lang widmete ich so mein Leben voll und ganz der Aufgabe, Yoga Lehrerin zu werden.

Ankommen.

Im Hier und Jetzt.Schon in der ersten Nacht, die ich in meinem vorübergehenden Apartment verbrachte,realisierte ich, in welchen Aspekten ich aufgehört hatte, zu wachsen.Und fand mich emotional in der Vergangenheit wieder.Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit war ich komplett auf mich allein gestellt und ich spürte, wie die Welt an mir vorbeizurauschen schien.Ich spürte, wie anstrengend es war, sich gegen den Lauf der Dinge zu sträuben, um meiner “Wohlbefinden” willen.Dass es nötig ist, mit voller Absicht die inneren Barrieren zu durchbrechen und dass daran selten etwas elegant oder angenehm ist.

Loslassen.

Wie schon erwähnt, braucht man manchmal etwas Führung um zu sehen, was für einen bestimmt ist.Dieser Monat weit weg von Zuhause und Alltag und nur zwischen Gleichgesinnten hat mir ermöglicht, genau das zu tun.Ich kann es noch nicht genau beschreiben, aber irgendwas in mir ist zur Ruhe gekommen.Und diese Ruhe spendet mir gerade unglaublich viel Kraft.Vorher hatte ich immer das Gefühl das, egal was ich machte, Zeitverschwendung sei. Dass ich irgendwo hin muss, irgendwas tun.Irgendwas, was nie das war, was ich gerade tat.Ich fühlte mich gehetzt und wusste nicht einmal wofür.Und irgendwie ist das nicht mehr (…ganz) so.Etwas in mir weiß, dass ich gerade genau das tue wozu ich bestimmt bin.Mit dieser Gewissheit muss ich nicht mehr denken und kann in dem was ich tue, aufgehen.Loslassen eben.

Ich wusste, dass dieser Lehrgang für mich eine transformative Reise werden würde.Aber nicht alle aus meiner Klasse sind aus diesem Grund in das Programm gekommen.Was interessant ist, wenn man bedenkt dass wir alle auf die ein oder andere Weise bekommen haben was wir gesucht haben.Niemals hätte ich mir ausgemalt, wie lehrreich diese Zeit am Ende doch war.Ich fühle mich so verbunden.Offen.Zum ersten Mal in der Lage, unabhängig zu lieben und zu vertrauen.Eine Empfindung, die die Konstante in meinem Leben bildet, ein Zuhause.

Liebe.

  

 

 

1 Comment

  1. Fabienne
    20/06/2021 / 7:50 PM

    Hey, well written post. Would love to read more like this

    Sharing love

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